Digitale Dienste in Neuwagen sind oft nur zeitlich begrenzt kostenlos und können nach Ablauf der Gratisphase monatliche Zusatzkosten verursachen, wie eine gemeinsame Untersuchung von c’t und ADAC zeigt. Navigation, Echtzeitverkehr oder App-Zugriffe werden teils erst nach dem Fahrzeugkauf kostenpflichtig freigeschaltet, was die Vergleichbarkeit erschwert und zu unerwarteten Ausgaben führen kann; Verbraucher sollten sich daher vorab über Laufzeiten, Folgekosten und dauerhaft enthaltene Funktionen informieren. Laut Studie reichen die späteren Gebühren je nach Hersteller bis zu 40 Euro pro Monat, während alternative Apps bereits ab 4,99 Euro monatlich verfügbar sind.
Weitere Informationen gibt es im Newsroom in der vollständigen Pressemitteilung.
Pressemitteilung
Versteckte Kosten bei vernetzten Neuwagen
c’t und ADAC warnen vor der Abofalle Auto
Digitale Dienste, wie Navigation, Echtzeitverkehr, App-Steuerung oder Fahrzeugdatenzugriff, sind in Neuwagen meist nur in den ersten Jahren kostenlos. Eine gemeinsame Untersuchung von Europas größtem IT- und Technik-Magazin c’t und dem ADAC zeigt: Danach drohen monatliche Abokosten von bis zu 40 Euro. Experten raten Verbrauchern, sich vor dem Kauf genau über Gratisphasen und Folgekosten zu informieren, Funktionsumfänge kritisch zu prüfen und alternative Apps in Betracht zu ziehen.
„Die derzeitige Preispolitik bei digitalen Komfortfunktionen ist für Verbraucher häufig intransparent und verwirrend”, moniert der ADAC. „Es darf nicht sein, dass Kunden erst nach Registrierung mit Fahrgestellnummer oder im internen Kundenportal erfahren, welche Kosten nach Ablauf der kostenlosen Phase anfallen.”
Besonders kritisch sieht c’t-Redakteur Sven Hansen die mangelnde Vergleichbarkeit: „Da die Hersteller oft nicht einmal über ihre eigene Produktpalette hinweg konsistente Angebote unterbreiten, ist ein Vergleich der digitalen Dienste schon beim Fahrzeugneukauf kaum möglich.”
Um böse Überraschungen zu vermeiden, empfehlen die Experten Autokäufern, sich bereits vor dem Kauf genau über die Dauer der Gratisphase und die anschließenden Kosten zu informieren. Wichtig sei auch, vom Händler schriftlich dokumentieren zu lassen, welche digitalen Funktionen dauerhaft im Kaufpreis enthalten sind. Zudem sollten Verbraucher kritisch prüfen, ob teure Abos für Navigation oder Fernsteuerung wirklich notwendig sind.
Alternativen gibt es bereits: Für Navigationsfunktionen eignen sich kostenlose Basis-Apps wie Google Maps. Spezialisierte Apps wie ABRP oder Pump bieten vergleichbare oder sogar erweiterte Funktionen zu deutlich günstigeren Preisen ab 4,99 Euro monatlich. Gerade E-Auto-Fahrer profitieren von den besseren Funktionen für Routenplanung und Lademanagement. Voraussetzung für die Nutzung dieser Alternativen ist allerdings, dass die Autobauer ihre Fahrzeugdaten über offene Schnittstellen (APIs) bereitstellen.
Der ADAC fordert deshalb eine grundlegende Änderung der Herstellerpolitik: „Funktionen, die zur Sicherheit und zur zuverlässigen Nutzung des Fahrzeugs beitragen – etwa OTA-Sicherheitsupdates oder Diagnoseinformationen – müssen über den gesamten Lebenszyklus des Autos kostenfrei zur Verfügung stehen. Nur mit voller Preistransparenz können Kunden Produkte vergleichen und eine fundierte Kaufentscheidung treffen.”