Der chinesische Saug- und Wischroboterhersteller Narwal feiert sein zehnjähriges Bestehen. Unter dem Titel Zehn Jahre Narwal zieht das 2016 in Dongguan gegründete Unternehmen Bilanz: Nach eigenen Angaben nutzen mehr als 6 Millionen Haushalte in über 30 Ländern und Regionen seine Geräte. Laut Marktforschungsunternehmen IDC lieferte Narwal 2025 rund 1,7 Millionen Geräte aus und belegt damit weltweit Rang fünf. Zum Jubiläum startet der Hersteller in Europa eine Kampagne unter dem Leitgedanken „Clean for Love“.
Narwal wurde 2016 im Technologiepark Songshan Lake in Dongguan in der südchinesischen Provinz Guangdong gegründet. Das Unternehmen entwickelt Saug- und Wischroboter sowie weitere Bodenreinigungsgeräte und ist auch in Deutschland vertreten. Anlass der aktuellen Mitteilung ist das zehnjährige Firmenjubiläum. Narwal nutzt es für einen Rückblick auf die eigene Produktentwicklung und für eine europaweite Markenkampagne.
Zehn Jahre Narwal: Gründung und erstes Produkt
Ausgangspunkt war nach Darstellung des Unternehmens die Beobachtung von Gründer und CEO Junbin Zhang, wie seine Mutter beim Wischen den Mopp immer wieder von Hand auswaschen musste. Daraus entstand die Idee eines Roboters, der Böden wischt, den Mopp selbstständig reinigt und Frisch- und Schmutzwasser trennt. Laut Narwal dauerte die Entwicklung drei Jahre. Das Team habe in dieser Zeit mehr als 30 technische Ansätze untersucht und das Moppsystem über 200-mal überarbeitet.
Das Ergebnis war der Narwal T10, der 2019 auf den Markt kam. Narwal bezeichnet ihn als weltweit ersten Saug- und Wischroboter mit automatischer Moppwäsche in der Basisstation. Am ersten offiziellen Verkaufstag in China erzielte das Modell nach Unternehmensangaben einen Umsatz von mehr als 10 Millionen Renminbi. Das Magazin TIME nahm den T10 in seine Liste der besten Erfindungen des Jahres 2020 auf. Basisstationen mit automatischer Moppreinigung sind inzwischen bei zahlreichen Herstellern in der Mittel- und Oberklasse verbreitet.
Marktposition laut IDC
Für 2025 meldet Narwal weltweit 1,7 Millionen ausgelieferte Geräte, ein Plus von 28,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl deckt sich mit dem Smart-Vacuum-Tracker von IDC. Danach wuchs der Weltmarkt für Reinigungsroboter im Haushalt 2025 um 20,1 Prozent auf 32,72 Millionen Geräte. Angeführt wird er von Roborock mit 5,8 Millionen Einheiten, gefolgt von Ecovacs mit 4,7 Millionen, Dreame mit 3,4 Millionen und Xiaomi mit 2,2 Millionen. Narwal folgt auf Rang fünf mit einem Marktanteil von 5,3 Prozent. Alle fünf führenden Anbieter stammen damit aus China.
Die Selbstbeschreibung als „weltweit führender Anbieter“ in der Pressemitteilung bezieht sich damit auf die Top-5-Platzierung. Im engeren Segment der Saugroboter stieg Narwals Anteil laut IDC von 3,7 Prozent im Jahr 2023 auf 7,3 Prozent im Jahr 2025. Zahlen für Europa oder Deutschland nennt die Pressemitteilung nicht. In Europa lag laut IDC im Jahr 2025 Dreame mit einem Marktanteil von 27,6 Prozent vorn.
Technische Entwicklung seit 2019
Narwal ordnet seine Produktgeschichte in mehrere Entwicklungsschritte ein. Nach der automatischen Moppwäsche 2019 folgte 2021 ein modulares System zur automatischen Wassernachfüllung. 2022 führte der Hersteller die KI-gestützte Schmutzerkennung DirtSense ein, die den Verschmutzungsgrad anhand des Schmutzwassers analysiert und die Reinigung entsprechend anpasst. 2023 kam mit dem Freo X Ultra eine Bürstenrolle hinzu, die das Aufwickeln von Haaren reduzieren soll, 2024 mit dem Freo Z Ultra ein Dual-Kamera-System zur Umgebungserkennung.
Seit 2025 setzt die Flow-Serie auf ein schienenbasiertes Wischsystem, bei dem ein beweglicher Wischmopp während des Betriebs fortlaufend mit Frischwasser versorgt und Schmutzwasser abgesaugt wird. Dadurch soll weniger Schmutzwasser auf dem Boden verteilt werden.
Entwicklung, Fertigung und aktuelles Portfolio
Narwal beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 700 Entwicklungsingenieure, die über 40 Prozent der Belegschaft ausmachen. Insgesamt hat das Unternehmen mehr als 1.500 Patente angemeldet. Wie viele davon erteilt wurden, nennt die Mitteilung nicht. Die Forschung und Entwicklung sitzt in Shenzhen und arbeitet eng mit den Fertigungsstätten in Dongguan zusammen, sodass Entwicklung und Produktion in eigener Hand liegen.
Aktuelles Spitzenmodell ist der Narwal Flow 2, den der Hersteller auf der CES 2026 gezeigt und am 20. April 2026 in Deutschland eingeführt hat. Er wischt mit 60 Grad heißem Wasser und war zum Start mit Standard-Basisstation für 1.299 Euro und mit Compact Dock für 1.499 Euro (jeweils UVP) gelistet. Vertrieben wird er laut Narwal über Amazon und den eigenen Webshop. Ergänzend nennt die Pressemitteilung das Navigations- und Erkennungssystem NarMind Pro Autonomous System 2.0.
Bedeutung für den Handel
Für den deutschen Handel zeigt die Jubiläumsmitteilung vor allem, dass Narwal im Wettbewerb mit Roborock, Ecovacs, Dreame und Xiaomi zu den volumenstarken Anbietern aufgeschlossen hat. Der Vertrieb läuft in Deutschland bislang über den Onlinedirektvertrieb und Amazon. Ob der Hersteller künftig auch den stationären Fachhandel stärker einbinden will, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor. Die europäische Jubiläumskampagne setzt nach Unternehmensangaben auf Geschichten aus dem Haushalt, Creator-Inhalte und Verbrauchererlebnisse.
Statements
„Vor zehn Jahren habe ich gesehen, wie viel Arbeit es machte, den Boden zu wischen, den Mopp von Hand auszuwaschen und anschließend weiterzuputzen. Da habe ich mich gefragt, ob ein Roboter nicht beides übernehmen könnte. Wir haben drei Jahre an der Entwicklung gearbeitet“, sagt Junbin Zhang, Gründer und CEO von Narwal.
„Wir sind nicht der Meinung, dass Innovation darin besteht, einfach technische Spezifikationen hinzuzufügen, damit ein Produkt fortschrittlicher wirkt […] Entscheidend ist, ob die Technologie im Alltag zu Hause einen spürbaren Unterschied macht“, sagt Junbin Zhang.
Die europäische Jubiläumskampagne „Clean for Love“ läuft im Herbst 2026. Eine Laufzeit oder konkrete Aktionen für den Handel nennt die Pressemitteilung nicht. Weitere Informationen gibt es unter de.narwal.com.
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