Der britische HiFi-Hersteller Audiolab bringt mit dem Audiolab PPA7 einen eigenständigen Phono-Vorverstärker für Moving-Magnet- und Moving-Coil-Tonabnehmer auf den Markt. Für beide Systemtypen lassen sich Kapazität bzw. Abschlussimpedanz anpassen. Hinzu kommen ein Kopfhörerverstärker, ein Bluetooth-Sender mit aptX HD und eine USB-C-Schnittstelle zum Digitalisieren von Schallplatten. Der PPA7 ist seit Anfang Oktober 2026 im autorisierten Fachhandel in Schwarz und Silber für 599 Euro (UVP) erhältlich.
Eine Phono-Vorstufe verstärkt das schwache Signal eines Tonabnehmers und entzerrt es nach der sogenannten RIAA-Kennlinie, mit der Schallplatten geschnitten werden. Erst danach kann das Signal an einen Verstärker weitergegeben werden. Vorgestellt hatte Audiolab den PPA7 im Juni 2026 auf der High End in Wien. Damals war die Markteinführung für September 2026 angekündigt, nun kommt er einige Wochen später in den Handel. Die Vollverstärker 6000A und 7000A von Audiolab besitzen bereits einen eingebauten Phono-Eingang, allerdings nur für MM-Systeme. Mit dem PPA7 bietet der Hersteller nun eine separate Lösung, die auch MC-Tonabnehmer unterstützt.
Audiolab PPA7: Anpassung für MM- und MC-Systeme
Moving-Magnet-Systeme (MM) erzeugen das Signal über einen bewegten Magneten. Moving-Coil-Systeme (MC) nutzen eine bewegte Spule und liefern eine deutlich niedrigere Ausgangsspannung. Sie stellen daher höhere Anforderungen an Verstärkung und Rauscharmut.
Für MM-Tonabnehmer arbeitet der PPA7 mit der üblichen Eingangsimpedanz von 47 kOhm. Die Eingangskapazität ist zwischen 100 und 220 pF umschaltbar. Zusammen mit Tonabnehmer und Kabel beeinflusst diese Kapazität den Frequenzgang im Hochton. Für MC-Tonabnehmer stehen Abschlussimpedanzen von 100 und 330 Ohm zur Wahl. Laut Audiolab lässt sich der PPA7 damit auch nach einem späteren Wechsel des Tonabnehmers weiter nutzen. Angaben zur Verstärkung in den beiden Betriebsarten nennt die Pressemitteilung nicht.
Netzteil und Signalverarbeitung
Versorgt wird der PPA7 über ein externes 12-Volt-Netzteil. Im Gerät erzeugt Audiolab daraus eine symmetrische, stabilisierte Spannungsversorgung für die analogen Schaltungen. Die analoge Ausgangsstufe ist für den Anschluss an Verstärker, Vorverstärker oder Aktivlautsprecher ausgelegt. Nach Herstellerangaben zielt der Aufbau auf möglichst geringes Eigenrauschen. Messwerte wie den Rauschabstand nennt Audiolab nicht.
Kopfhörerverstärker und Bluetooth-Sender
Ein integrierter Kopfhörerverstärker erlaubt es, Schallplatten direkt über Kopfhörer zu hören. Unterstützt werden Kopfhörer mit einer Impedanz von 20 bis 600 Ohm. Alternativ sendet der PPA7 das Signal per Bluetooth an kompatible Kopfhörer oder Lautsprecher. Ein separater Bluetooth-Sender ist dafür nicht nötig. Mit aptX HD unterstützt der PPA7 einen Codec, der bis zu 24 Bit und 48 kHz überträgt, sofern das Empfangsgerät ihn ebenfalls beherrscht. Welche weiteren Codecs zur Verfügung stehen, nennt Audiolab nicht.
Schallplatten per USB-C digitalisieren
Über USB-C lässt sich der PPA7 mit einem PC oder Mac verbinden, um Schallplatten zu digitalisieren. Aufgenommen wird mit Abtastraten von 44,1 bis 192 kHz und einer Auflösung von 16 oder 24 Bit. Der Aufnahmepegel ist zwischen –12 und +3 dB einstellbar. So lässt sich die Aussteuerung an Platte und Tonabnehmer anpassen und das Risiko von Übersteuerungen verringern. Welche Aufnahmesoftware Audiolab empfiehlt oder mitliefert, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Format im Stil des Audiolab D7
Mit rund 21 Zentimetern Breite und 5,6 Zentimetern Höhe folgt der PPA7 dem Format des Audiolab D7, eines kompakten D/A-Wandlers mit Kopfhörerverstärker. Beide Geräte lassen sich damit optisch passend kombinieren. Auf der Front sitzen die Bedienelemente und ein OLED-Display für die Einstellungen. Eine Fernbedienung gehört zum Lieferumfang.
Preis und Verfügbarkeit
Der Audiolab PPA7 ist seit Anfang Oktober 2026 für 599 Euro (UVP) im autorisierten Fachhandel erhältlich. Zur Wahl stehen die Farben Schwarz und Silber. Weitere Informationen gibt es unter audiolab-deutschland.de.
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