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Gira und ZVEI diskutieren mit Mona Neubaur Gebäudewende und Energieeffizienz

  • 10. Juli 2026
  • Sarah Alexandra Fechler
Bei einem Rundgang informierte sich Ministerin Neubaur (2.v.l.) über das Energiekonzept von Gira. (Foto: Gira)
Bei einem Rundgang informierte sich Ministerin Neubaur (2.v.l.) über das Energiekonzept von Gira. (Foto: Gira)
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Beim Treffen von Gira, ZVEI und Mona Neubaur standen die Potenziale von Gebäudeautomation und Digitalisierung für Klimaschutz und Energieeffizienz im Fokus. Vertreter der Elektroindustrie tauschten sich am 3. Juli 2026 in Radevormwald über den Beitrag des Gebäudesektors zur Energiewende aus.

Im Mittelpunkt der Gespräche standen aktuelle Studienergebnisse, wonach sich der Energiebedarf im Gebäudesektor durch Elektrifizierung und digitale Technologien deutlich senken lässt. Je nach Gebäudetyp sind Einsparungen von bis zu 70 Prozent möglich, zudem könnten bis 2045 rund 98 Millionen Tonnen CO₂ vermieden werden.

Die Branche sieht insbesondere politischen Handlungsbedarf, um Investitionen in moderne Gebäudetechnologien zu beschleunigen. Gefordert werden verlässliche Rahmenbedingungen, eine klare Umsetzung europäischer Vorgaben sowie bessere Voraussetzungen für energieeffiziente Modernisierungen.

Auch Nordrhein-Westfalen wurde als wichtiger Standort für die Gebäudewende hervorgehoben. Zahlreiche Unternehmen der Elektro- und Digitalindustrie entwickeln hier Lösungen für vernetzte Gebäude und Energiesysteme.

Weitere Informationen gibt es in der folgenden Pressemitteilung.


NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und ZVEI zu Gast bei Gira

Wie kann der Gebäudesektor einen deutlich größeren Beitrag zu Klimaschutz, Energieeffizienz und Versorgungssicherheit als bisher leisten? Welche Rolle spielen dabei intelligente Gebäudeautomation, Digitalisierung und Elektrifizierung? Welche politischen Rahmenbedingungen sind nötig, damit die vorhandenen technologischen Potenziale optimal genutzt werden können? Über diese und weitere Fragen diskutierten heute auf Einladung des ZVEI (Verband der Elektro- und Digitalindustrie) führende Vertreterinnen und Vertreter der nordrhein-westfälischen Elektroindustrie und ihrer Branchenvereinigung mit der Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Mona Neubaur, auf dem Campus des Gebäudetechnikspezialisten und Smart-Building-Pioniers Gira (www.gira.de) in Radevormwald.

Im Mittelpunkt des Austauschs standen insbesondere die Ergebnisse der in diesem Jahr veröffentlichten Studie „Einsparpotenziale durch elektrische und digitale Technologien im Gebäude“, die der ZVEI zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI erarbeitet hat. Die Untersuchung zeigt, dass Elektrifizierung und Digitalisierung im Gebäudesektor erhebliche Energie-, Kosten- und CO₂-Einsparungen ermöglichen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten können.

Gebäudesektor benötigt Modernisierungsschub

Denn der Gebäudesektor ist von der bis 2045 angestrebten Klimaneutralität weit entfernt. Noch immer verantwortet er erhebliche Treibhausgasemissionen und verfehlt damit die Zielvorgaben des Klimaschutzgesetzes. Gleichzeitig zeigen technologische Entwicklungen, dass bereits heute große Einsparungen möglich sind. „Wir diskutieren in Deutschland häufig über Klimaziele. Viel wichtiger ist die Frage, wie wir sie erreichen. Eine Antwort lautet: durch einen umfassenden Modernisierungsschub für Wohn- und Nichtwohngebäude“, erklärte Gira Geschäftsführer Dominik Marte. „Die Technologien dafür sind vorhanden. Gebäudeautomation, intelligente Vernetzung, digitales Energiemanagement, Wärmepumpen und die Integration erneuerbarer Energien ermöglichen erhebliche Fortschritte bei Energieeffizienz und Klimaschutz. Entscheidend ist jetzt, dass diese Potenziale auch in der Breite genutzt werden, und dies schnell. Was dafür fehlt, sind verlässliche politische Rahmenbedingungen, die Investitionen erleichtern, statt sie zu verzögern.“

Die Studie von ZVEI und Fraunhofer ISI kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Endenergiebedarf von Gebäuden durch Elektrifizierung und Digitalisierung je nach Gebäudetyp im besten Fall um mehr als die Hälfte reduzieren lässt: bei Produktionsgebäuden um 52 Prozent, bei Einfamilienhäusern sogar um fast 70 Prozent. Den Primärenergiebedarf in Deutschland lassen der Untersuchung zufolge Elektrifizierung und Digitalisierung bis 2045 um rund 210 TWh gegenüber dem Referenzpfad sinken. Dadurch könnten in diesem Zeitraum 98 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente vermieden werden.

Nordrhein-Westfalen als Impulsgeber für die Gebäudewende

„Nordrhein-Westfalen ist ein Schlüsselstandort, von dem dieser Modernisierungsschub für die Gebäudewende ausgehen kann“, erklärte Marte. Tatsächlich wurden hier in den 1990-er Jahren mit der Entwicklung des Europäischen Installations-BUS die technologischen Grundlagen für smarte und digital vernetzte Gebäude gelegt. Heute hat rund ein Viertel der deutschen Industrieunternehmen, die Elektroinstallations-, Smart-Home- und Gebäudesystemtechnik entwickeln und produzieren, ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen. „Viele davon sind mittelständische Familienunternehmen und Hidden Champions, die mit ihren Innovationen Märkte in Deutschland, Europa und weltweit bedienen“, bestätigt Julia Dornwald, Geschäftsführerin der ZVEI-Landesstelle Nordrhein-Westfalen. „Sie schaffen Wertschöpfung, Beschäftigung und technologische Souveränität – und sie verfügen über die Lösungen, die wir für eine erfolgreiche Transformation des Gebäudesektors benötigen.“

Ministerin Neubaur würdigte bei ihrem Besuch die Innovationskraft der nordrhein-westfälischen Elektro- und Digitalindustrie sowie deren Beitrag zur Energiewende: „Unsere Gebäude können mehr, als die meisten von uns denken. Wer Heizung, Strom und Technik intelligent vernetzt, spart nicht nur Energie, sondern bares Geld – und das jeden Tag. Gira zeigt, wie das geht: made in NRW, mit einer Fertigung, die international mithalten kann, und einer Klimastrategie, die diesen Namen verdient. Genau solche Unternehmen brauchen wir, um die Gebäudewende vom Reißbrett in die Realität zu holen.“

Jetzt die Voraussetzungen für Investitionen schaffen

In der Diskussion machten die Vertreterinnen und Vertreter der Elektroindustrie und des Branchenverbands deutlich, dass die politischen Rahmenbedingungen so ausgestaltet werden müssen, dass Investitionen in moderne Gebäudetechnologien beschleunigt werden. Aus ihrer Sicht sind dafür insbesondere eine vollständige und rechtssichere Umsetzung der europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD), entsprechende Anpassungen der nationalen Gesetzgebung sowie langfristige Planungssicherheit erforderlich.

„Technologie allein genügt nicht“, sind sich Julia Dornwald und Dominik Marte einig. „Die Politik muss die Rahmenbedingungen so setzen, dass die vorhandenen Einsparpotenziale auch tatsächlich gehoben werden können. Unternehmen, Gebäudeeigentümer und Investoren brauchen Verlässlichkeit über viele Jahre hinweg.“ Dazu gehörten aus Unternehmens- und Verbandssicht unter anderem investitionsfreundliche Regelungen für die Gebäudeautomation, die Förderung energieeffizienter Modernisierungen, wettbewerbsfähige Strompreise sowie ein klarer und langfristig verlässlicher Transformationspfad für den Gebäudesektor. Zusätzliche Parallelstrategien, wie sie die Bundesregierung mit der geplanten Grüngasquote im Gebäudemodernisierungsgesetz vorsehe, würden die Transformation unnötig verkomplizieren und verteuern. „Dies schafft weder die notwendige Klarheit noch die erforderliche Investitionssicherheit“, erklärte der Gira Geschäftsführer.

Gira macht ernst mit der Energiewende

Sein Unternehmen hat für sich hier längst eindeutige Prioritäten gesetzt und begonnen, die Energie- und Gebäudewende in der Praxis umzusetzen. Mit dem vor einem Jahr in Betrieb genommenen Solarpark erzeugt das Unternehmen künftig jährlich rund zehn Millionen Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Energien. Gleichzeitig treibt Gira die Elektrifizierung seiner Wärme- bzw. Kälteversorgung konsequent voran und ersetzt fossile Energieträger schrittweise durch elektrische Lösungen.

„Wir machen ernst mit der Energiewende“, unterstrich Geschäftsführer Marte beim Werksrundgang mit Wirtschaftsministerin Neubaur. „Der Solarpark ist für uns kein Prestigeprojekt, sondern ein zentraler Baustein unserer Unternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategie. Wir wollen zeigen, dass Klimaschutz, Versorgungssicherheit und wirtschaftlicher Erfolg keine Gegensätze sind. Im Gegenteil: Die Nutzung erneuerbarer Energien, intelligente Steuerungssysteme und die Elektrifizierung unserer Energieversorgung machen uns unabhängiger, effizienter und langfristig wettbewerbsfähiger.“

Gleichzeitig verdeutliche der Standort Radevormwald, wie die Technologien, die Unternehmen der Elektro- und Digitalindustrie entwickeln, nicht nur bei Kunden, sondern auch im eigenen Betrieb erfolgreich eingesetzt werden können. Gebäudeautomation, Lastmanagement und die intelligente Verknüpfung von Energieerzeugung, Verbrauch und Speicherung spielen dabei eine zentrale Rolle.

Die Veranstaltung in Radevormwald hat erneut deutlich gemacht, dass die technischen Lösungen für einen klimafreundlicheren Gebäudebestand längst verfügbar sind. Nun komme es aus Sicht des ZVEI und seiner Mitgliedsunternehmen darauf an, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sie schneller und flächendeckender zum Einsatz kommen. Deshalb sei der Austausch mit der Politik auf europäischer, Bundes-, aber auch auf Landesebene von großer Bedeutung. „Die Energie- und Gebäudewende sind nicht nur eine klimapolitische Notwendigkeit“, so Dominik Marte stellvertretend für die Branchenunternehmen. „Sie sind zugleich eine große Chance für Innovation, Wertschöpfung und industrielle Wettbewerbsfähigkeit. Nordrhein-Westfalen kann und sollte dabei eine führende Rolle übernehmen.“

Mehr unter https://www.gira.de/

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Sarah Alexandra Fechler

Sarah Alexandra ist leidenschaftliche Gamerin, Fotografin und Redakteurin für diverse Magazine wie SmartWeekly.de, CHIP FOTO-VIDEO, PhotoWeekly.de. Dort testet sie Kameras und probiert neue, smarte Gadgets aus.

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