Hager erweitert sein Energiemanagement-System flow R3 um die KI-basierte Software AI360. Sie verbindet unter anderem Wetterprognosen, Strommarktdaten und individuelle Verbrauchsprofile, um PV-Anlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Ladestationen automatisch zu steuern. Das modular aufgebaute System ist für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie kleinere Gewerbebetriebe ausgelegt und unterstützt dynamische Stromtarife sowie variable Netzentgelte.
Herzstück von flow R3 ist der Energiemanager, der die Daten der eingebundenen Erzeuger und Verbraucher zusammenführt. AI360 bewertet unter anderem den erwarteten Energiebedarf, Wetterdaten und aktuelle Strompreise, um beispielsweise geeignete Zeitpunkte zum Laden eines Batteriespeichers oder Elektroautos zu bestimmen. Nach Angaben von Hager können sich die Energiekosten abhängig von Nutzung und Anlagenkonfiguration dadurch um bis zu 90 Prozent reduzieren. Die anfallenden Daten werden laut Hersteller DSGVO-konform auf Servern in Deutschland gespeichert. Das System berücksichtigt zudem die Anforderungen nach § 14a EnWG und § 9 EEG.
Der modulare Aufbau ermöglicht unterschiedliche Ausbaustufen. Bereits der Energiemanager kann steuerbare Verbraucher wie Wärmepumpen oder Ladestationen unter Berücksichtigung dynamischer Tarife steuern. In Verbindung mit dem flow R3 Hybridwechselrichter lässt sich eine Photovoltaikanlage integrieren, während ein zusätzlicher Batteriespeicher überschüssigen Solarstrom für eine spätere Nutzung vorhalten kann. Für eine Ersatzstromversorgung kann die Anlage um die flow ATS-Box ergänzt werden.
Der 12-kW-Hybridwechselrichter ist für PV-Anlagen mit bis zu 18 kWp ausgelegt und verfügt über drei MPP-Tracker. Der Hochvolt-LFP-Speicher bietet je nach Konfiguration eine nutzbare Kapazität von 5,5 bis 14,75 kWh sowie eine Lade- und Entladeleistung zwischen 6 und 12 kW. Für größere Anlagen sind zwei Batterietürme pro Wechselrichter vorgesehen; zudem lassen sich laut Hager bis zu fünf Systeme miteinander verschalten.
Damit richtet sich flow R3 auch an Mehrfamilienhäuser und kleinere Gewerbebetriebe. Das System lässt sich in Mieterstrommodelle integrieren und kann bis zu acht Hager witty plus Ladestationen einbinden. Über OCPP ist zudem eine Abrechnung der Ladevorgänge möglich. Für gewerbliche Anwendungen nennt Hager eine Ersatzstromleistung von bis zu 24 kW. Die ATS-Box stellt im Normalbetrieb bis zu 63 A bereit und soll bei einem Netzausfall innerhalb von 20 Millisekunden auf Ersatzstrom umschalten.
Bei der Installation können Wechselrichter und Batteriespeicher bis zu 30 Meter voneinander entfernt montiert werden. Dank Schutzart IP65 sind die Komponenten auch für die Außenmontage vorgesehen. Über den domovea Server von Hager lässt sich flow R3 außerdem in bestehende KNX-Systeme integrieren und damit mit der Gebäudeautomation verbinden.
Für das komplette System gibt Hager eine Garantie von zehn Jahren und kündigt regelmäßige kostenlose Software-Updates an. Perspektivisch soll flow R3 außerdem bidirektionales Laden unterstützen. Damit könnten Elektroautos künftig nicht nur geladen, sondern über V2H, V2B oder V2G auch als Energiespeicher für Gebäude beziehungsweise das Stromnetz genutzt werden.
Weitere Informationen zum Hager flow R3 gibt es auf der Herstellerseite unter hager.de/flow.