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Rheinmetall und Telekom planen Schutzschild gegen Drohnen

  • 14. Mai 2026
  • Ben Kraus
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Rheinmetall und die Deutsche Telekom wollen gemeinsam Systeme zur Abwehr von Drohnen und Sabotage entwickeln, um kritische Infrastrukturen besser zu schützen. Der sogenannte Multi-Threat-Protection-Ansatz kombiniert Technologien für Cybersicherheit, Sensorik und physischen Schutz und soll unter anderem bei Städten, Häfen oder Industrieanlagen zum Einsatz kommen. Beide Unternehmen präsentieren ihre Zusammenarbeit auf der Sicherheitsmesse AFCEA in Bonn.

Weitere Informationen gibt es unter telekom.com und in der folgenden Medieninformation.


Rheinmetall und Telekom wollen Drohnen-Schutzschild entwickeln

Rheinmetall und die Telekom wollen gemeinsam einen Abwehrschirm gegen Drohnen und Sabotage entwickeln. Die Unternehmen wollen zusammen Städte und kritische Infrastrukturen in Deutschland schützen. Darauf verständigten sich die Unternehmen im Vorfeld der bevorstehenden Fachausstellung für Sicherheitstechnik AFCEA in Bonn.

Durch die aktuelle geopolitische Lage rückt der Schutz kritischer Infrastrukturen (KRITIS) in den Fokus. Hybride Bedrohungen durch Sabotage oder Drohnenflüge nehmen kontinuierlich zu. In diesem Kontext bündeln die Unternehmen ihre Kompetenzen.

Das Ziel der Partner ist es, Fähigkeiten und Technologien gegen vielfältige Angriffsmöglichkeiten auf KRITIS-Standorte zu entwickeln, ein sogenannter Multi-Threat-Protection-Ansatz. Er umfasst Technologien für die Cybersicherheit sowie den physischen Schutz etwa von Liegenschaften – auch Perimeter-Sicherheit genannt. Details der Zusammenarbeit wollen die Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.

Armin Papperger, Vorsitzender des Vorstands der Rheinmetall AG, sagt: „Die Bedrohung durch Drohnen ist hochgradig digital. Deshalb braucht ihre Abwehr die Verbindung aus Sensorik, Effektoren und sicheren Kommunikationsnetzen. Rheinmetall und die Deutsche Telekom bündeln genau diese Fähigkeiten.“

Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG, sagt: „Souveränität entsteht nicht nur durch Diskussionen, sondern durch Taten. Die Telekom übernimmt hier Verantwortung: Mit unserer Kompetenz bei Konnektivität, Cloud und Datenanalyse bringen wir Drohnenabwehr auf ein neues Level. Gemeinsam mit Rheinmetall stärken wir so die Souveränität und leisten unseren Beitrag dazu, Sorgen in der Bevölkerung zu reduzieren.“

Telekom detektiert Drohnenflüge während der Fußball EM in Deutschland

Die Telekom ist seit 2017 Systempartner von Behörden und Unternehmen bei der Drohnensicherheit. Der Konzern hat im In- und Ausland bereits kritische Infrastrukturen, Liegenschaften oder Großevents gegen Drohnen gesichert. Die Telekom hat im Polizei-Auftrag etwa bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 erfolgreich illegale Drohnenflüge zuverlässig detektiert.

Drohnendetektion und -abwehr sind technisch komplex. Je nach Ort und Gelände sind Sensoren unterschiedlich geeignet. Der Konzern hatte in Deutschland daher in Kundenprojekten und Feldtests an internationalen sowie kleinen Regional-Flughäfen wie Tannheim in Baden-Württemberg seit 2017 verschiedene Sensoren internationaler Hersteller erprobt und in sein Angebot aufgenommen. Der Konzern entwickelt seine technischen Fähigkeiten zur Drohnenabwehr und seinen Sensoren-Mix kontinuierlich weiter: Zum Einsatz kommen bei Kundenprojekten heute Video-, Audio-, Radiofrequenz (RF-) oder Remote-ID-Sensoren oder Drohnenradar.

RF-Detektion bewährt in Kunden-Projekten

Ein Großteil der Drohnen im Markt fliegt, weil ein Pilot die Drohne mit einer Funk-Fernsteuerung in Sichtweite bedient. Drohnen und Fernsteuerung funken miteinander auf einer Funk-Frequenz, englisch Radio Frequency (RF). Die Funksignale von Fernbedienung und Drohne und damit ihre Position lassen sich von RF-Sensoren ermitteln. RF gilt als sehr verbreitete Methode in der Drohnenerkennung. RF-Sensoren machen derzeit mehr als 90% aller Drohnen im unteren Luftraum sichtbar. Die von der Telekom eingesetzten RF-Sensoren arbeiten passiv. Sie senden kein aktives Suchsignal aus. Daher lassen sie sich an Funkmasten installieren, weil sie andere sensible Mobilfunktechnik nicht beim Funken stören. Hoch an Funkmasten angebrachte RF-Sensoren haben sich nach Kunden-Erfahrungen der Telekom gerade in Stadtgebieten mit dichter Bebauung bewährt.

Spezialist in der Drohnenabwehr und der Drohnenproduktion

Rheinmetall zählt zu den weltweit führenden Systemhäusern bei der Flugabwehr – auch im Nah- und Nächstbereich. Effektoren des Düsseldorfer Technologiekonzerns befinden sich aktuell sowohl in der Ukraine, als auch im Nahen- und Mittleren Osten im Einsatz. Zudem ist Rheinmetall selbst Spezialist für autonome Systeme in allen Domänen, zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Dazu zählen unter anderem Drohnen und luftgestützte Aufklärungssysteme. Darüber hinaus entwickelt der Konzern unter anderem Sensor- und Datenverarbeitungstechnologien, die sowohl im zivilen als auch im sicherheitsrelevanten Bereich eingesetzt werden.

Im Dezember 2025 haben Rheinmetall, die Polizei Hamburg und die Hamburg Port Authority (HPA) eine strategische Partnerschaft zur Weiterentwicklung von Drohnendetektions- und Abwehrkonzepten im Hamburger Hafen vereinbart. Im Fokus steht die konzeptionelle Entwicklung zukunftsweisender Technologien zum Schutz maritimer, ziviler und kritischer Infrastruktur. Aus technischer Sicht gilt der Hamburger Hafen als besonders herausforderndes Umfeld: Die unterschiedlichen Funkquellen, die maritimen Bedingungen und die dichte Infrastruktur stellen hohe Anforderungen an Detektionssysteme. Als führender Industriepartner bringt Rheinmetall bei dieser Allianz seine Expertise ein, um maßgeschneiderte Lösungen für komplexe Bedrohungsszenarien zu erarbeiten, wobei die Kooperation Teil einer überregionalen Sicherheitsstrategie ist.

Immer mehr Drohnen fliegen über Mobilfunk

Eine neue Herausforderung sind Drohnen, die über Mobilfunknetze gesteuert werden. Während die Masse der Piloten Drohnen über eine Funkfrequenz (Radio Frequenzy/RF) und Fernbedienung steuert, nimmt die Zahl der Piloten zu, die den Mobilfunk zum Steuern von Drohnen nutzen. Die Einsatzrealität im In- und Ausland zeigt: Sowohl handelsübliche als auch selbstgebaute Drohnen werden immer häufiger über Mobilfunknetze gesteuert. Wie sich diese Drohnen finden lassen, erforscht die Telekom gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (Uni-Bw).

Mobilfunknetz wird zum Riesen-Radar

Hier wird das Mobilfunknetz künftig selbst zum Sensor und Riesen-Radar, indem es Veränderungen und Auffälligkeiten im Datenverkehr erfasst, die auf die Steuerung oder Kommunikation von Drohnen hinweisen, um so Drohnen etwa in temporären Flugbeschränkungsgebieten für Einsatzkräfte sichtbar zu machen. Basis hierfür ist das von der Telekom auf dem Campus der Uni-Bw installierte 5G-Standalone Hochleistungs-Netzwerk, das auf der Technik von Ericsson basiert.

Drohnenverstöße sind schwere Eingriffe in den Flugverkehr
Das Steuern von Drohnen per Mobilfunk ist bislang in Deutschland wenig verbreitet. Piloten müssen laut Gesetz die Drohne stets im Blick haben (line of sight). Wer außerhalb Sichtweite seiner Drohne steuert, hat oft kommerzielle Absichten. Etwa zum Abfliegen von Stromtrassen oder Pipelines bei Beschädigungen. Diese Piloten müssen ihren Flug bei den Behörden beantragen. Wer nicht beantragt aber trotzdem über Mobilfunk steuert, begeht eine Straftat.

Drohnenflüge in Sperrgebieten sind grundsätzlich kein Kavaliersdelikt wie eine Geschwindigkeitsübertretung, sondern ein gefährlicher Eingriff in den Flugverkehr. Die Polizei warnt immer wieder und doch fliegen viele unbedarft hinter dem Piloten-Horizont weiter und riskieren unerwartet harte Strafen. Systeme der Telekom haben im Kundenauftrag bereits in großem Umfang verbotene Drohnenflüge punktgenau lokalisiert. Einsatzkräfte haben Piloten so schnell finden können.

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  • Telekom
Ben Kraus

Ben hat viele Jahre Erfahrung im Elektrobereich und dem EGH. Seine Schwerpunkte sind Smarthome, CE, erneuerbare Energie und Installation. Er ist emotionaler Gamer und in der Freizeit meist auf seinem Motorrad, an seinem Bass oder beim Wandern anzutreffen

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