Der Home-Electronics-Markt in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 20,6 Milliarden Euro erzielt und damit 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verloren. Während Consumer Electronics und Elektro-Großgeräte rückläufig waren, legten Elektro-Kleingeräte zu. Gleichzeitig zeigen einzelne Produktgruppen teils deutliches Wachstum.
Nach einem ausgeglichenen Gesamtjahr 2025 bleibt der Markt für technische Konsumgüter damit zunächst unter Druck. Die GFU Consumer & Home Electronics führt die Entwicklung unter anderem auf die zurückhaltende Konsumstimmung, eine hohe Sparneigung und die allgemeine Verunsicherung der Verbraucher zurück. Gleichzeitig steigt die Bedeutung von Rabatt- und Aktionszeiträumen: Die sieben größten Promotion-Zeiträume in Deutschland verteilen sich auf insgesamt 15 Wochen und generieren laut GFU bereits 37 Prozent des Jahresumsatzes.
Deutliche Unterschiede gibt es zwischen den einzelnen Marktsegmenten. Consumer Electronics kamen von Januar bis Juni 2026 auf einen Umsatz von 12,7 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 3,2 Prozent entspricht. Bei Elektro-Großgeräten sank der Umsatz um 5,1 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Positiv entwickelten sich dagegen Elektro-Kleingeräte: Das Segment erreichte 3,5 Milliarden Euro Umsatz und damit ein Plus von 4,0 Prozent.
Auch innerhalb der Consumer Electronics verlief die Entwicklung unterschiedlich. Bei Fernsehern stieg die verkaufte Stückzahl im Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft zwar um 4,6 Prozent, der Umsatz sank dennoch um 2,3 Prozent. Projektoren profitierten stärker vom Sportereignis und legten beim Umsatz um 25,8 Prozent zu. Action Cams erreichten ein Plus von 21 Prozent, Kopfhörer von 6,1 Prozent. Bei Notebooks und Desktop-PCs stiegen die Umsätze um fünf Prozent.
Wachstum meldet die GFU zudem für den Bereich Health Tech und Well-Being. Der Umsatz stieg dort um vier Prozent auf rund 5,9 Milliarden Euro, während die Stückzahl um zwei Prozent auf 1,67 Millionen zunahm.
Besonders stark legten laut den Marktdaten Produkte zu, die mit neuen Funktionen einen konkreten zusätzlichen Nutzen bieten. Bei Saug- und Wischrobotern erhöhte sich die Stückzahl um 66,1 Prozent, Cold-Brew-Kaffeevollautomaten kamen auf ein Plus von 42,5 Prozent. PCs mit KI-Funktionen verzeichneten einen Zuwachs von 149 Prozent, OLED-Monitore mit hoher Bildwechselfrequenz von 75 Prozent. Die GFU sieht darin ein Zeichen dafür, dass trotz der allgemeinen Kaufzurückhaltung Nachfrage vorhanden ist, wenn neue Funktionen einen erkennbaren Mehrwert bieten.
Für die zweite Jahreshälfte setzt die Branchenorganisation unter anderem auf Impulse durch die IFA in Berlin. Die genannten Marktzahlen basieren auf Daten der GFU und ihres Partners NIQ und umfassen Verkäufe technischer Konsumgüter an private Verbraucher in Deutschland.
Weitere Informationen zum deutschen Home-Electronics-Markt gibt es auf der Internetseite der GFU Consumer & Home Electronics unter www.gfu.de.