Severin setzt bei seiner neuen AI Series auf KI, die im Hintergrund arbeitet. Die zentralen Erkennungsfunktionen laufen direkt auf dem Gerät und kommen ohne dauerhafte Internetverbindung oder App-Zwang aus. Im Interview mit Smart Weekly Business erklärt Sascha Steinberg, Global Director Marketing & Product Strategy, warum der Hausgerätehersteller den konkreten Alltagsnutzen über die Technik stellt. Beispiele sind die automatische Lebensmittelerkennung der S-Fry Digital AI und die kameragestützte Schmutzerkennung des Staubsaugers S-Power AI. Außerdem geht es um die Markenpositionierung „Premium für alle“, die IFA 2026 als Realitätscheck mit Handel und Medien und die schrittweise Markteinführung, die mit der S-Fry Digital AI beginnt.
Das vollständige Interview gibt es hier
KI im Haushalt klingt nicht selbstverständlich – was ist bei der neuen SEVERIN AI Series aus Ihrer Sicht tatsächlich der entscheidende Fortschritt, und welchen konkreten Mehrwert soll die KI den Verbraucherinnen und Verbrauchern im Alltag bringen?
Der entscheidende Fortschritt ist für uns nicht die KI an sich, sondern dass sie im Hintergrund arbeitet und konkrete Entscheidungen im Alltag erleichtert. Die Geräte erkennen bestimmte Situationen selbstständig und leiten daraus die passenden Einstellungen ab. Bei der S-Fry Digital AI bedeutet das zum Beispiel, dass Lebensmittel erkannt und Temperatur sowie Garzeit automatisch eingestellt werden. Beim S-Style AI wird die Temperatur abhängig vom Abstand zur Kopfhaut reguliert, beim S-Power AI die Saugleistung an den erkannten Schmutz angepasst.
Unser Anspruch ist: Die Technologie soll dem Menschen Arbeit abnehmen, ohne die Bedienung komplizierter zu machen. Deshalb laufen zentrale Erkennungsfunktionen direkt auf dem Gerät und benötigen keine dauerhafte Internetverbindung oder einen App-Zwang. Genau darin sehen wir den Mehrwert von KI im Haushalt: weniger Einstellungen, weniger Unsicherheit und mehr Komfort bei alltäglichen Routinen.
Wo ziehen Sie die Grenze zwischen sinnvoller KI-Unterstützung und Technik, die nur um der Innovation willen eingesetzt wird?
Die Grenze ist für uns ziemlich klar: Eine Technologie muss ein konkretes Alltagsproblem lösen oder die Nutzung eines Produkts spürbar einfacher machen. Wenn eine KI-Funktion keinen nachvollziehbaren Vorteil bringt, brauchen wir sie nicht.
Deshalb starten wir bei der Entwicklung nicht mit der Frage, wo wir KI integrieren können, sondern wo Menschen tatsächlich Unterstützung gebrauchen können. Beim Frittieren nimmt die Lebensmittelerkennung Einstellungen ab. Beim Styling unterstützt die automatische Temperaturregulierung dabei, unnötige Hitzeeinwirkung zu reduzieren. Und beim Staubsaugen hilft die Kamera dabei, schwer sichtbaren Schmutz zu erkennen und die Leistung entsprechend anzupassen.
Wichtig ist uns außerdem, dass die Nutzerinnen und Nutzer die Kontrolle behalten. KI soll unterstützen und automatisieren, wo es sinnvoll ist – aber nicht bevormunden. Das ist für uns der Unterschied zwischen echter Alltagshilfe und Technik um der Technik willen.
Wie wichtig ist die IFA für diesen Markenwandel – und welches Feedback haben Sie in Berlin von Handel, Medien und Konsumenten dazu bekommen?
Die IFA ist für uns eine sehr wichtige Plattform, weil wir hier zeigen können, was „Premium für alle“ konkret bedeutet. Unser Anspruch ist nicht, Premium über einen möglichst hohen Preis zu definieren. Wir wollen hochwertige Qualität, durchdachte Funktionen und neue Technologien für eine breite Zielgruppe zugänglich machen – und zwar so, dass sie im Alltag einen echten Mehrwert bieten.
Gerade bei der AI Series war der direkte Austausch mit Handel, Medien sowie Konsumentinnen und Konsumenten für uns besonders wertvoll. Wir haben in Berlin sehr viel positives Feedback erhalten – sowohl zu den Produkten und ihren konkreten Anwendungsmöglichkeiten als auch zu der Richtung, in die wir Severin als Marke weiterentwickeln. Das bestärkt uns darin, dass unser Ansatz, innovative Technologie mit einfacher Bedienung und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis zu verbinden, auf großes Interesse stößt.
Gleichzeitig nutzen wir die IFA ganz bewusst als Realitätscheck. Einige Produkte der AI Series kommen erst in den nächsten Monaten auf den Markt. Umso wichtiger ist es für uns, frühzeitig zuzuhören und das Feedback aus diesen Gesprächen in die weitere Optimierung einfließen zu lassen. Für uns ist die IFA deshalb nicht nur eine Bühne für neue Produkte, sondern ein wichtiger Teil unserer Marken- und Produktentwicklung.
Die IFA 2026 stand insgesamt stark im Zeichen von künstlicher Intelligenz und Robotik. Was hat Sie persönlich am meisten überrascht – und welche Trends werden Ihrer Einschätzung nach tatsächlich im Alltag der Menschen ankommen?
Was die IFA sehr deutlich gezeigt hat, ist, wie selbstverständlich künstliche Intelligenz inzwischen auch bei Haushaltsgeräten mitgedacht wird. Spannend finde ich dabei weniger die Frage, was technologisch alles möglich ist, sondern welche Anwendungen am Ende tatsächlich einen Platz im Alltag finden.
Ich glaube, durchsetzen werden sich vor allem Lösungen, bei denen die Technologie für den Nutzer möglichst wenig zusätzliche Komplexität erzeugt. Also KI, die Situationen erkennt, Einstellungen automatisch anpasst oder Routinen vereinfacht, ohne dass man sich intensiv mit der Technik beschäftigen muss.
Genau diesen Ansatz verfolgen wir auch bei Severin. KI ist für uns kein Selbstzweck. Entscheidend ist, ob aus der Technologie ein konkreter Nutzen entsteht und das Produkt dadurch einfacher, komfortabler oder effizienter wird.
Mit welchem Gefühl fahren Sie zurück nach Sundern, welche Erkenntnis nehmen Sie für die Produktentwicklung mit – und worauf dürfen sich SEVERIN-Kunden als Nächstes freuen?
Wir fahren mit vielen Eindrücken und vor allem mit viel konkretem Feedback zurück nach Sundern. Für die Produktentwicklung bestätigt uns die IFA in einem zentralen Punkt: Neue Technologie muss sich daran messen lassen, ob sie im Alltag wirklich einen Unterschied macht. Gerade bei KI wollen die Menschen keine zusätzliche Komplexität, sondern Funktionen, die verständlich sind und ihnen Arbeit abnehmen.
Diesen Weg werden wir mit der AI Series konsequent weitergehen. Die Einführung erfolgt bewusst schrittweise: Den Anfang macht die S-Fry Digital AI, danach weitere Produkte wie der S-Style AI und der S-Power AI folgen. Gleichzeitig nutzen wir die Zeit bis zur jeweiligen Markteinführung, um die Funktionen weiter zu testen und zu optimieren.
Und die AI Series verstehen wir nicht als einmaliges Projekt. Sie ist eine strategische Weiterentwicklung unseres Sortiments, die wir über mehrere Jahre fortführen wollen. Unsere Kundinnen und Kunden dürfen sich also auf weitere intelligente Lösungen freuen – immer mit dem Anspruch, dass Technologie einen echten Nutzen bietet und für viele Menschen zugänglich bleibt.
Für mehr: www.severin.com