Auf der HEPT 2026 in Nürnberg präsentierte Kärcher zahlreiche Produktneuheiten und Konzepte für den Elektrofachhandel. Im Mittelpunkt standen dabei innovative Problemlöser wie die neuen Fensterputzroboter RCW 2 und RCW 4 sowie Strategien zur stärkeren Differenzierung am Point of Sale. Trotz einer weiterhin zurückhaltenden Konsumstimmung berichtet Kärcher von einer positiven Resonanz der Handelspartner und sieht großes Potenzial für neue Produktkategorien. Smart Weekly sprach auf der HEPT 2026 mit Steffen Baum über Innovationen, Händlerunterstützung, digitale Verkaufsförderung und die wachsende Bedeutung von Reparierbarkeit und Nachhaltigkeit.
Wir trafen Steffen Baum zum Interview:
Herr Baum, welche Resonanz haben Sie von den Händlern auf der diesjährigen HEPT mitgenommen? Was hat Sie dabei besonders überrascht?
Wir waren sehr positiv davon überrascht, dass die Stimmung trotz der aktuellen Kaufzurückhaltung im Markt sehr gut war. Die Gespräche mit unseren Handelspartnern haben uns wieder einmal gezeigt, dass es viele gemeinsame Ansatzpunkte gibt, um Potentiale zu heben. In diesem Zusammenhang haben wir uns sehr über das große Interesse an unseren Neuheiten wie den Fensterputzrobotern RCW 2 und RCW 4 gefreut.
Ihre neuen Produkte – etwa der Fensterputzroboter – stehen im Fokus: Wie bewertet der Fachhandel diese Innovationen bislang?
Der Handel nimmt diese Produkte als echte Problemlöser wahr. Für seine Endkunden, aber auch für den Eigenbedarf – wie für das Reinigen von Schaufenstern. Wenn diese Produkte erlebbar gemacht werden, löst das echte Begeisterung aus. Mit Maßnahmen am PoS und digitalem Content arbeiten wir diesbezüglich eng mit dem Handel zusammen.
Kärcher setzt stark auf den Fachhandel: Wie genau unterstützen Sie Ihre Partner bei der Ansprache der Endkundinnen und Endkunden?
Um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Partner nachhaltig zu stärken, bringen wir über 15 exklusive EFH-Produkte auf den Markt. Diese sind in ihrer Konfiguration und dem verfügbaren Zubehör präzise auf die Anforderungen des Fachhandels zugeschnitten. Ziel dieses selektiven Sortiments ist es, die Unterscheidbarkeit am Point of Sale zu forcieren und die Kompetenz der Beratung vor Ort gezielt zu unterstreichen.
Zudem investieren wir in digitales Marketing, um die Markenbekanntheit zu steigern und für eine höhere Kundenfrequenz in den Geschäften zu sorgen. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Ausbau von Social-Media-Aktivitäten und der Zusammenarbeit mit Influencern. Dadurch sollen innovative Funktionalitäten der Geräte erlebbar gemacht und jüngere Käuferschichten gezielt aktiviert werden.
Die digitale Strategie wird durch haptische Verkaufsförderung direkt im Laden ergänzt. Wir unterstützen unsere Partner mit aufmerksamkeitsstarken Display-Konzepten, welche die Attraktivität der Verkaufsflächen erhöhen. Dabei legen wir Wert darauf, dass die PoS-Materialien inhaltlich auf die vom Kaufinteressenten erwarteten Informationen zugeschnitten sind und somit den Abverkauf bestmöglich unterstützen.
Wenn Sie auf das Engagement der Fachhändler blicken – wo stehen Sie aktuell, und wo sehen Sie noch Luft nach oben?
Vor zwei Jahren war Kärcher im Elektrofachhandel sehr stark mit den Kategorien Hartbodenreiniger und Fenstersauger verknüpft. Seither konnten wir unsere Präsenz über Waschsauger, Spot Cleaner, Dampfreiniger und Handstaubsauger deutlich erweitern. So bieten wir gemeinsam für den Endkunden viele innovative Problemlösungen.
Und klar ist auch, dass der Service und eine gute Beratung den Unterschied machen. Diese unterstützen wir durch Schulungen über unser Außendienst-Team, wie auch KI-basierte Online-Trainings. Diese haben den Vorteil, dass sie den Lernfortschritt des Teilnehmers erkennen und die Inhalte und die Schulungsdauer dynamisch anpassen. So sparen die Mitarbeiter im Markt Zeit und stellen gleichzeitig sicher, dass sie qualitativ hochwertig geschult sind.
Was sollten Fachhändler konkret anders oder intensiver machen, um mit dem Kärcher-Sortiment noch erfolgreicher zu sein?
Gemeinsam mit den Handelspartnern müssen wir den Mut haben, neue Themen zu testen . Wir bringen aktuell sehr viele neue Produkte und Problemlösungen auf den Markt, wie z.B. Matratzensauger, die mit UV-Licht Milben und Bakterien beseitigen. Eine tolle Lösung für Allergiker. Darüber hinaus Robotik-Lösungen, wie die erwähnten Fensterputzroboter und vieles mehr.
Diese neuen Themen haben das Potential, Frequenz in die Märkte zu bringen. Aber sie erfordern auch den Mut, neue Kategorien gemeinsam zu entwickeln.
Darüber hinaus können wir durch breitere Zubehörlistungen das Anwendungsfeld unserer Produkte erweitern und diese für den Endkunden noch attraktiver machen. Zum Beispiel. denkt man bei Dampfreinigern häufig an das Reinigen von Fliesen und Böden. Mit den geeigneten Aufsätzen kann man aber auch einen Grill reinigen, Kleidungsstücke glätten und vieles mehr.
Und auch bei Reinigungsmitteln , die perfekt auf unsere Produkte abgestimmt sind, schlummert noch viel Potential für wiederkehrende Käufe.
Das Thema „Refurbished“ gewinnt an Bedeutung: Welche Rolle spielt es aktuell bei Kärcher – und wie sehen Ihre weiteren Pläne in diesem Bereich aus?
Einige unserer Produkte sind zur Verlängerung der Produktlebensdauer bereits mit einem im Servicefall austauschbaren Akku ausgestattet. Dazu zählen etwa unsere neuen Akku-Fenstersauger und Saugwischer. Damit setzen wir künftig geltende EU-Vorgaben hinsichtlich der Reparierbarkeit von Produkten frühzeitig um und tragen zu einer verantwortungsvollen Ressourcennutzung bei. Die Langlebigkeit und Reparierbarkeit der Produkte stellt Kärcher auch im After-Sales-Service sicher – die meisten Geräte können auch nach 10 Jahren oder länger noch mit passenden Ersatzteilen versorgt und repariert werden. Dafür sorgt unter anderem das hochmoderne und vollautomatisierte Kärcher Service Center in Ahorn, Deutschland.