Der Navimow i208 LiDAR bietet als Alternative zum i105E eine Navigation ganz ohne RTK-Antenne und setzt stattdessen auf Solid-State-LiDAR-Navigation in Kombination mit Kamerasensorik. Im Test überzeugt der Mähroboter durch zuverlässige, satellitenunabhängige Navigation und eine einfache Einrichtung – Schwächen zeigt er beim Kantenschnitt.
Der Navimow i208 LiDAR ist kein Nachfolger, sondern eine Alternative zum i105E, der für seine Positionsbestimmung noch auf eine im Garten fest installierte RTK-Antenne angewiesen ist. Ein Setup, das bei der Ersteinrichtung Zeit kostet und bei größeren Grundstücken teils ein zweites Antennenkabel erforderlich macht. Der i208 LiDAR verzichtet komplett darauf: Er navigiert über ein Solid-State-LiDAR-System in Kombination mit optischer Sensorik und arbeitet damit vollständig unabhängig von GPS- oder Satellitensignalen. Im Test macht sich das vor allem in zwei Punkten bemerkbar: einer spürbar einfacheren Einrichtung und einer im Alltag durchweg zuverlässigen Navigation.

Einrichtung ohne Begrenzungsdraht und Antenne
Die Einrichtung erfolgt über eine Ein-Tipp-Funktion: Ladestation aufstellen, Mähroboter koppeln, Kartierung starten. Im Test verlief dieser Vorgang ohne größere Probleme, was sich mit Erfahrungsberichten anderer Nutzer deckt, die die kabellose Einrichtung als klaren Fortschritt gegenüber Draht- oder Antennenmodellen werten. Andere Testberichte weisen allerdings darauf hin, dass die automatische Kartierung nicht in jedem Garten auf Anhieb zuverlässig funktioniert – bei komplexeren, stark verwinkelten Grundstücken kann ein manuelles Abfahren der Grenze notwendig werden. Bei einem übersichtlichen, gut einsehbaren Testgarten war das kein Thema.

Navigation im Alltag: LiDAR und Kamera als Duo
Im laufenden Betrieb zeigt sich der i208 LiDAR als robustes System. Die Kombination aus LiDAR und Kamerasensorik erkennt Grenzen und Hindernisse laut Hersteller mit rund 1 cm Genauigkeit – unabhängig vom Satellitenempfang. Das verschafft dem Gerät gerade in schattigen oder von Bäumen verdeckten Gartenbereichen einen Vorteil gegenüber rein GPS-/RTK-basierten Modellen, die dort traditionell schwächeln.
Im Testgarten verirrte sich der Mähroboter nur sehr selten. Auch Steigungen bis 45 % bewältigt er zuverlässig, ohne durchdrehende Räder oder Ausflüge über die virtuelle Grenze. Eine Kombination aus LiDAR und RTK, wie sie einige höherpreisige Modelle bereits bieten, könnte die Positionsgenauigkeit hier noch weiter verbessern.
Auch beim Thema Witterung agiert der i208 LiDAR umsichtig: Bei Regen, Sturm oder Frost bricht er laufende Mähaufgaben ab und kehrt eigenständig zur Ladestation zurück, statt bei schlechten Bedingungen weiterzuarbeiten. Über Alexa und Google Home lässt sich der Mähroboter zudem per Sprachbefehl starten, pausieren oder zur Ladestation zurückschicken.
Hinderniserkennung im Test
Bälle, Gartenmöbel, herumliegendes Spielzeug: Die Kamera- und LiDAR-Sensorik erkennt laut Hersteller über 200 verschiedene Objekttypen und weicht ihnen zuverlässig aus. Diese Herstellerangabe deckt sich mit den Beobachtungen im Test – der i208 LiDAR umfuhr die meisten Hindernisse im Testgarten souverän, ohne hängenzubleiben oder Objekte zu touchieren. In der App lässt sich zusätzlich ein tierfreundlicher Modus aktivieren, der den Sicherheitsabstand zu Kleintieren erhöht.
Kantenschnitt bleibt die Schwachstelle
So zuverlässig der i208 LiDAR im Kernbereich des Rasens mäht, so hartnäckig hält sich sein größter Schwachpunkt: der Kantenschnitt. Selbst wenn die Randbereiche überfahren werden, bleibt an Beeten, Mauern und Wegen teils ein Reststreifen ungemäht. Grund dafür ist die Bauweise der Schneidscheibe, die innerhalb des Gehäuses sitzt und dadurch nicht bis an die Karosseriekante heranreicht. Im Test mussten die Kanten regelmäßig mit dem Trimmer nachgearbeitet werden. Modelle mit ausfahrbarem oder seitlich versetztem Schneidwerk haben hier einen klaren Vorteil, den der i208 LiDAR bislang nicht bietet.
Preis und Ausstattung
Der Navimow i208 LiDAR kostet als Solo-Gerät ohne Garage 1.199 Euro (UVP). Im Bundle mit der passenden Garage M ist das Gerät zeitweise auch für unter 1.000 Euro erhältlich – ein attraktives Angebot, da die Garage separat gekauft nochmals mit rund 200 Euro zu Buche schlägt.

Für wen sich der Navimow i208 LiDAR eignet
Der i208 LiDAR überzeugt im Test mit schneller Einrichtung, zuverlässigem Navigationssystem und souveräner Hindernis- sowie Steigungsbewältigung. Wer als Alternative zu einem antennengebundenen Navimow-Modell wie dem i105E auf den i208 LiDAR setzt, bemerkt den Komfortgewinn bei Einrichtung und Betrieb unmittelbar. Wer hingegen besonderen Wert auf einen randscharf gemähten Rasen legt, sollte einplanen, die Kanten weiterhin selbst nachzuschneiden, oder zu einem Modell mit ausfahrbarem Schneidwerk greifen.
Empfehlenswert ist der i208 LiDAR vor allem für überschaubare, gut einsehbare Gärten bis 800 m², in denen die zuverlässige Navigation voll zum Tragen kommt. Besitzer stark verwinkelter oder stark verschatteter Grundstücke profitieren am meisten vom satellitenunabhängigen LiDAR-System, während Nutzer mit vielen Blumenbeeten und Wegen den fehlenden Kantenschnitt in ihre Kaufentscheidung einpreisen sollten.
Produktdaten im Überblick
| Merkmal | Angabe |
| Navigation | Solid-State-LiDAR + Kamerasensorik, satellitenunabhängig |
| Schnittbreite | 22 cm, 6-Klingen-System |
| Steigfähigkeit | bis 45 % |
| Hinderniserkennung | über 200 Objekttypen, ca. 1 cm Genauigkeit (Herstellerangabe) |
| Mähzonen | bis zu 20 verwaltbar |
| Sprachsteuerung | Alexa, Google Home |
| Preis (UVP) | 1.199 Euro (Solo), Bundle mit Garage M zeitweise unter 1.000 Euro |
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