Smart Weekly Business
  • Produkte
  • Handel
  • Personen
  • Fakten
  • Test
  • Jetzt abonnieren
  • Abmelden
  • Login
Smart Weekly Business
Smart Weekly Business
  • Produkte
  • Handel
  • Personen
  • Fakten
  • Test
  • Jetzt abonnieren
  • Abmelden
  • Login
  • Fakten

Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen – große Chancen, neue Risiken

  • 13. November 2022
  • Gastbeitrag
Foto. Tara Winstead/Pexels.
Total
0
Teilens
0
0
0

Mit dem Einzug der Künstlichen Intelligenz (KI) in die Medizin stellen sich diverse rechtliche Fragen. Notwendige Zertifizierungen bräuchten einen klaren gesetzlichen Rahmen, um Risiken im sensiblen Gesundheitswesen zu minimieren und für Verlässlichkeit zu sorgen. Zudem mangelt es an Vertrauen der potenziellen Patienten, zeigt eine Umfrage des TÜV-Verbands.

Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen

Viele tragen sie am Handgelenk – die Smart Watch mit Schrittzähler und Pulskontrolle. Doch nur jeder zweite Nutzer weiß, dass bei der Auswertung dieser Daten zum Teil Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) zum Einsatz kommen. Eine vom TÜV-Verband beauftragte repräsentative Umfrage zeigt: Im Einsatzgebiet der medizinischen Diagnostik bestehen viele Wissenslücken und große Unsicherheit über die Möglichkeiten und Risiken selbstlernender Software. „Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen ist Vertrauenssache. Wir sehen erheblichen Aufklärungsbedarf bei Nutzern, teils aber auch Nachholbedarf in der gesetzlichen Regulierung“, sagt Mark Küller, Referent für Medizinprodukte beim TÜV-Verband (zur Verbandswebseite).

Gerade bei gesundheitsbezogenen Apps sieht Küller eine Grauzone. „Sehr viele Apps, die als Gesundheits-, Wellness- oder Lifestyle-Apps vermarktet werden, sind aufgrund ihrer Beschaffenheit und ihres Nutzungsversprechens eigentlich Medizinprodukte“, sagt der Branchenexperte. Diese erforderten eine Zulassung nach der EU-Medizinprodukteverordnung. Doch aufgrund der puren Vielzahl und vielfältigen Distributionswege der Programme sei eine Kontrolle durch die Marktaufsichtsbehörden kaum zu leisten. Ein Risiko bestehe darin, dass sich Anwender in trügerischer Sicherheit wiegen. „Sofern der Hersteller verspricht oder erklärt, dass sein Produkt zum Beispiel einen medizinischen Indikator genau misst, das Produkt dies tatsächlich aber nicht leistet, können Fehlentscheidungen durch Anwender getroffen werden und gesundheitliche Risiken entstehen“, mahnt Küller. 

KI-Einsatz mindert das Vertrauen in den Arzt

Die TÜV-Umfrage zeigt, wie dicht Fortschrittsglauben und Skepsis bei den Menschen in Deutschland beisammen liegen: 66 Prozent der Befragten sehen allgemein Chancen durch KI-Anwendungen für die Gesundheit. Doch sobald es um das eigene Wohl geht, sinkt das Vertrauen: Nur 41 Prozent gehen davon aus, dass KI beim Verdacht einer ernsten Krankheit die richtige Diagnose stellen kann. Zum Vergleich: Exakt den gleichen Vertrauensvorschuss genießen Bekannte, die bereits ähnliche Symptome hatten und von ihren Erfahrungen erzählen. Einer Ärztin oder einem Arzt wird im Ernstfall die höchste Kompetenz zugesprochen. Erstaunlicherweise sinkt laut Umfrage die Vertrauensquote von 81 Prozent auf nur noch 67 Prozent, wenn dieser Arzt von KI unterstützt wird. „Hier könnte sich die Angst vor dem Unbekannten, vor dem nicht Nachvollziehbaren zeigen“, sagt Küller. „Wenn ein Arzt vor mir in ein Fachbuch schaut, kann ich das im Zweifel nachlesen. Was aber die KI macht, erscheint mir als Patient immer als Black Box.“

In Deutschland darf ein KI-Medizinprodukt keine Diagnose stellen, das bleibe den Ärztinnen und Ärzten vorbehalten, erläutert Küller. „Die KI darf nur unterstützen, aber nicht etwa die Schlussfolgerungen zur Behandlung ziehen. Die Entscheidung liegt immer bei Ärztinnen und Ärzten.“  In der bildgebenden Diagnostik wie MRT oder CT wird diese digitale Hilfe schon seit Jahren erfolgreich genutzt und der KI-Einsatz entwickelt sich rasant fort. Software spürt auffällige Muster und Anomalien auf – und erkennt so im Frühstadium beispielsweise Krebszellen oder diabetische Netzhauterkrankungen. „Das nehmen viele Patienten einfach als gegeben hin. Je mehr Klarheit darüber besteht, mit welchen großen Nutzen KI hier bereits stiftet und welche großen Chancen die Technologie bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten bietet, desto mehr wird auch das Vertrauen in die Digitaltechnik wachsen“, sagt Küller. „Gesundheit ist ein hochsensibles Thema, weshalb der Vertrauensaufbau in der Bevölkerung ein schwieriger und langer Prozess ist.“

Regelungsbedarf bei sich verändernder KI

Neben mehr Transparenz und Aufklärung beim Einsatz von KI im Gesundheitswesen ist aus Sicht des TÜV-Verbands eine Ergänzung bestehender gesetzlicher und normativer Anforderungen notwendig. „Wir brauchen dringend Normen und Standards für KI-basierte Medizinprodukte“, sagt Küller. Auch müssten klare Anforderungen und Grenzen für lernende und sich im Einsatz verändernde KI-Systeme definiert werden. „Eine Zertifizierung lernender und sich verändernder Medizinprodukte ist im Rahmen der bestehenden rechtlichen Vorgaben zum Teil nicht möglich. Die Gesellschaft und stellvertretend die Politik muss sich überlegen, wo die Grenzen für lernende und sich verändernde KI-Systeme im Medizinbereich liegen sollen und wie man sie dann reguliert“, sagt Küller. Gerade das besonders Innovative an KI, ihre Lernfähigkeit über das Training mit neuen Datensätzen, könne die Nachvollziehbarkeit ihrer Entscheidungen erschweren, Entscheidungen sehr unterschiedlich machen und im Zweifel komplizierte Haftungsfragen aufwerfen. 

Methodik-Hinweis: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Statista im Auftrag des TÜV-Verbands unter 1.000 Personen ab 16 Jahren in Deutschland. Die Befragung ist repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. Sie wurde im August 2021 durchgeführt. Der vollständige Studienbericht ist abrufbar unter:  https://www.tuev-verband.de/pressemitteilungen/ki-verbraucherstudie-2021

Über den TÜV-Verband: Als TÜV-Verband e.V. vertreten wir die politischen Interessen der TÜV-Prüforganisationen und fördern den fachlichen Austausch unserer Mitglieder. Wir setzen uns für die technische und digitale Sicherheit sowie die Nachhaltigkeit von Fahrzeugen, Produkten, Anlagen und Dienstleistungen ein. Grundlage dafür sind allgemeingültige Standards, unabhängige Prüfungen und qualifizierte Weiterbildung. Unser Ziel ist es, das hohe Niveau der technischen Sicherheit zu wahren, Vertrauen in die digitale Welt zu schaffen und unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Dafür sind wir im regelmäßigen Austausch mit Politik, Behörden, Medien, Unternehmen und Verbraucher:innen.

Mehr smarte News zum Thema gibt es in der Rubrik “Gesundheit & Beauty“.

Total
0
Teilens
Teilen 0
Tweet 0
Pin it 0
Schlagwörter
  • Gesundheit & Beauty
  • TÜV
Gastbeitrag

Voriger Artikel
  • Fakten

Wie nehme ich meine Gitarre richtig auf?

  • 13. November 2022
  • Ben Kraus
Artikel lesen
Nächster Artikel
  • Test

Smarter planen und notieren

  • 13. November 2022
  • Boris Hofferbert
Artikel lesen

Auch interessant:

EBO Max FamilyBot
Artikel lesen
  • Fakten
Technikträume: EBO Max FamilyBot
  • Ben Kraus
  • 27. August 2026
Frage der Woche: Wie kann ich mein Klimagerät modifizieren?
Artikel lesen
  • Fakten
Frage der Woche: Wie kann ich mein Klimagerät modifizieren?
  • Ben Kraus
  • 25. August 2026
Archos Jukebox Multimedia:
Artikel lesen
  • Fakten
Technik von Gestern: Archos Jukebox Multimedia
  • Michael Hüttinger
  • 13. August 2026
Der Browserverlauf stirbt zuletzt
Artikel lesen
  • Fakten
Frage der Woche: Wie verhindere ich, dass meine Familie meinen Browserverlauf findet – wenn ich sterbe?
  • Ben Kraus
  • 11. August 2026
30 Jahre WetterOnline: Vom Wetterbericht zum digitalen WetterRadar
Artikel lesen
  • Fakten
30 Jahre WetterOnline: Vom Wetterbericht zum digitalen WetterRadar
  • Ben Kraus
  • 7. August 2026
Technik-Träume: Bugatti Factor One
Artikel lesen
  • Allgemein
  • Fakten
Technik-Träume: Bugatti Factor One
  • Michael Hüttinger
  • 6. August 2026
25 Anschlüsse in 60 Sekunden, Bildrechte: Telekom
Artikel lesen
  • Fakten
Telekom erweitert Glasfasernetz um 240.000 Anschlüsse
  • Ben Kraus
  • 3. August 2026
Heimspeicher gewinnen bei sommerlichen Hitzewellen an Bedeutung
Artikel lesen
  • Fakten
Heimspeicher gewinnen bei sommerlichen Hitzewellen an Bedeutung
  • Ben Kraus
  • 31. Juli 2026
Design-Scout: Koenigsegg Sadair's Spear Hypercar
Artikel lesen
  • Fakten
Design-Scout: Koenigsegg Sadair’s Spear Hypercar – Technik sichtbar gemacht
  • Michael Hüttinger
  • 30. Juli 2026

Neueste Beiträge

  • WORLD OF HEADPHONES wird Teil der FINEST AUDIO SHOW
    WORLD OF HEADPHONES wird Teil der FINEST AUDIO SHOW
    • 30. August 2026
  • go-e und TEKKO besiegeln Ihre strategische Partnerschaft auf der The smarter E Europe in München 2026. Von links nach rechts: Max Eichler, Geschäftsleitung TEKKO, Michael Druckenthaner, Key Account Manager go-e, Georg Gruber Solutions Engineer go-e und Thorsten Hammele, Leiter Technik TEKKO. TEKKO Gebäudeautomation GmbH, go-e GmbH
    go-e und TEKKO kooperieren bei Wallboxen und Gebäudeautomation
    • 29. August 2026
  • EBO Max FamilyBot
    Technikträume: EBO Max FamilyBot
    • 27. August 2026
  • Mit dem Kochfeld mit integriertem Dunstabzug KMDA 5649 in Mattschwarz bringt Miele seine 2in1-Lösung erstmals in das gängige 60-cm-Format. Vier vollwertige Kochzonen inklusive FlexZone sowie die matte Oberfläche machen das System besonders attraktiv für moderne und kompakte Küchen. (Foto: Miele)
    Miele Kochfeld- und Dunstabzugsportfolio 2026: Neue Modelle, Farben und Funktionen
    • 27. August 2026
  • Severin S-Flow SteamX
    Severin S-Flow SteamX: Vakuum-Dampfglätter vorgestellt
    • 26. August 2026

Kategorien

  • Allgemein (63)
  • Fakten (496)
  • Handel (936)
  • Personen (164)
  • Produkte (1.609)
  • Test (126)
  • Vorbilder (1)

Apps (128) Audio (374) Bad (74) Beurer (65) Bitkom (107) Braune Ware (256) Büro (309) DNT/FNT (103) Elektrik (115) Elektromobilität (61) Entertainment (85) Fitness (90) Frage der Woche (97) Gadgets (937) Gaming (144) Garten (166) Gesundheit & Beauty (171) Imaging (100) Küche (413) Miele (75) Nachhaltigkeit (137) Reinigen & Putzen (246) Samsung (99) Sicherheit (96) Smarte Mobilgeräte (182) Smart Home (523) Smartphone (131) TV (222) Weiße Ware (284) Wohnzimmer (395)

Benutzername:
Passwort:
Eingeloggt bleiben
Registrieren
Passwort vergessen?
Smart Weekly Business
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • Impressum
  • AGB
  • Widerruf
© 2026: Smart Weekly Business - Alle Rechte vorbehalten.

Gib dein Suchwort ein und drücke Enter.